Neusiedler See
- Lage und Anreise
- Unterkunft und Reisezeit
- Die Salzlacken
- Darscho Lacke und Apetloner Badesee
- Am Illmitzer Strandbad
- Bienenfresser bei Gols
- Der Hanság
- Die Suche nach den Großtrappen
- Die Ausrüstung
- Fazit
- Kartenmaterial Neusiedler See
Lage und Anreise
Der Neusiedler See ist nach dem Plattensee der zweit größte Steppensee Europas und für seine Artenvielfalt und Reichtum an Vögel bekannt
und beliebt. Der größte Teil des Neusiedler Sees befindet sich auf österreichischem Staatsgebiet, während ein kleiner Teil im Süden des Sees
in Ungarn liegt.
Der Grenzübergang nach Ungarn ist völlig unproblematisch und findet ohne Zoll- und Personenkontrollen statt, da beide Staaten dem
Schengener Abkommen beigetreten sind. Der Wegfall der Zollkontrolle bedeutet allerdings nicht, das uneingeschränkt Waren ein- und ausgeführt
werden dürfen. Es ist daher ratsam sich im Zweifelsfalle vor dem Grenzübertritt noch einmal genauer zu informieren.
Der See ist mit dem Auto gut erreichbar und befindet sich ca. 60 km südöstlich von Wien. Zur besseren Orientierung stelle ich links eine Übersichtskarte vom
Neusiedler See zur Verfügung (für mehr Details, bitte links auf die Karte klicken). Auch wenn es gut möglich ist den See mit der Bahn zu erreichen, so würde
ich das nur bedingt empfehlen, da ein großer Teil der Naturfotografie nur aus dem Auto möglich ist. Alternativ könnte man noch bis Wien fliegen und sich dann dort einen
Leihwagen mieten. Die Seelänge beträgt ca. 36 km und an der breitesten Stelle ist der See ca. 14 km breit. Insbesondere an der Westseite hat der recht flache See
(maximale Tiefe unter 2 m) einen sehr breiten Schilfgürtel.
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Unterkunft und Reisezeit
Aus Sicht des Naturfotografen bietet der Neusiedler See nur sehr wenige Möglichkeiten zur Naturfotografie. Dagegen ist die Umgebung des Sees umso interessanter.
Insbesondere die Nationalparks Seewinkel und Hanság, die zum UNESCO-Welterbe ernannt wurden, sind durch ihre einzigartige Flora und Fauna absolute Highlights.
Es empfiehlt sich daher die Unterkunft auch in diesen Regionen zu wählen. Für den Seewinkel bieten sich die beiden Orte Illmitz und Apetlon an. Für den
Hanság sind die kleineren Dörfer Tadten und Andau die nächste Adresse, allerdings ist hier die Infrastruktur nicht so ausgeprägt wie das bei den
Orten Illmitz und Apetlon der Fall ist. Die Region um den Neusiedler See ist touristisch sehr gut erschlossen und so gibt es jede Menge Quartiere, die man
über die Webseiten der Ortschaften bequem buchen kann.
Die beste Reisezeit für die Naturfotografie ist sicherlich das Frühjahr. Während im März und April viele durchziehende Limikolen zu beobachten sind und
die meisten Vögel bei der Balz sind, gehen im weiteren Verlauf des Frühjahres die Vögel schon ihrem Brutgeschäft nach. Wer die Bienenfresser antreffen möchte,
der sollte ab ca. Mitte Mai den Aufenthalt planen. Ab Juni kann man wohl die meisten Schmetterlinge und Libellen in der Region anzutreffen. Insgesamt ist
das Klima um den Neusiedler See recht warm und regenarm, so dass die Region auch für den Weinanbau bekannt ist. Leider herrscht häufig ein starker und zuweilen
auch kalter Wind, der einem insbesondere die Makrofotografie sehr erschwert.
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Die Salzlacken
Westlich vom Neusiedler See befinden sich die sogenannten Lacken.
Bei den Lacken handelt es sich um salzhaltige Seen die oft nur wenige Zentimeter Wassertiefe besitzen. Im Sommer trocknen einige der Lacken häufig
komplett aus und so ist es auch vom Wasserstand abhängig, welche Tiere sich dort einfinden. Viele der Lacken sind von einem dichten Schilfgürteln umgeben.
Leider sind die fotografischen Möglichkeiten an den Lacken recht eingeschränkt. Dies liegt zum einen daran, dass viele der Lacken nicht frei zugängig sind
und somit die Entfernungen zum Fotografieren häufig zu groß bleiben. Desweiteren ist der Bewuchs um die Lacken häufig sehr dicht, so dass man keine freie Sicht
bekommt.
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Darscho Lacke und Apetloner Badesee
Die aus fotografischer Sicht am besten geeignete Lacke, ist meiner Meinung nach die
Darscho Lacke, die ca. 3 km nördlich
von Apetlon liegt. Um die Darscho Lacke kann man mit dem Auto ganz herum fahren und so ist es möglich aus dem Auto zu fotografieren. Allerdings hat man aus
dem Auto eine ziemliche hohe Perspektive und man kann wohl nur große Schreitvögel auf Augenhöhe fotografieren. Es ergeben sich allerdings auch Möglichkeiten
Vögel im Schilfgürtel zu erwischen. Insbesondere Rohrsänger sind dort zahlreich vertreten und man muss nur eine passende Lücke ausmachen ;-).
Neben der Darscho Lacke empfehle ich den Weg zum Apetloner Badesee langsam zu befahren. Auf dem Weg zum Badesee gibt es jede Menge Büsche, die gerne von
Singvögeln als Sitzwarten genutzt werden.
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Am Illmitzer Strandbad
Von dem Ort Illmitz aus führt, vorbei an der Zick Lacke, eine ca. 4.5 km lange Straße zum Illmitzer Strandbad.
Entlang eines Fußweges, der parallel zur Straße verläuft, befindet sich beidseitig der Schilfgürtel des Neusiedler Sees. Der zum Teil dicht bewachsene
Schilfgürtel bietet mehr oder weniger großen Lücken, durch die man verschiedene Reiherarten beobachten und auch fotografieren kann. Auch verschiedene
Arten von Rohrsängern sind dort häufig zu beobachten. Abends bieten sich gute Gelegenheiten überfliegende Reiher im Flug fotografieren.
Zum Parken gibt es nur die Möglichkeit den kostenpflichtigen Parkplatz am Strandbad zu nutzen, oder alternativ den Parkplatz an der Zick Lacke.
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Bienenfresser bei Gols
Im Norden des Neusiedler Sees, zwischen den Orten "Weiden am See" und Gols, befindet sich eine Brutkolonie der Bienenfressern. Die Bienenfresser
sind etwa ab Mitte Mai dort anzutreffen. Wenn man aus dem Süden über Podersdorf die Hauptstraße nördlich fährt, gelangt man zu einem Kreisverkehr,
dessen dritte Ausfahrt man Richtung "Weiden am See" nehmen sollte (siehe auch Anfahrtsweg).
Der Straße folgt man ca. 600m, um dann anschließend, über einen Fußweg Richtung Weinberg, zu einer kleinen
Beobachtungshütte
zu gelangen.
Parkmöglichkeiten gibt es hinter dem Kreisverkehr auf der rechten Seiten am Restaurant "Steckerlfisch", oder etwas weiter nördlich an einem Imbiss auf der
linken Seite der Hauptstraße.
Die Hütte eignet sich leider nur bedingt, da die Brutwand ziemlich weit entfernt steht. Es kommt allerdings auch ab und zu vor, dass sich die
Bienenfresser auf die kleinen Bäume vor der Hütte setzen und da befinden sie sich dann in Fotodistanz. Die Hütte ist recht klein, aber man kann dort gut
ein Stativ aufstellen. Das beste Fotolicht im Frühjahr hatte ich nachmittags an der Beobachtungshütte.
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Der Hanság
Die Niedermoorlandschaft Hansag befindet sich ca. 25 km südöstlich des Neusiedler Sees und grenzt an Ungarn. Man erreicht die Schutzzone Hanság, oder im deutschen auch Waasen genannt, über die Orte Tadten und Andau (siehe auch Karte). Die Straßen die von Tadten bzw. Andau zur ungarischen Grenze führen, verlaufen parallel und sind ca. 8 km lang. Mitten drin befindet sich die Bewahrungszone Hansag, aber auch schon der Weg dorthin bietet genügend fotografische Möglichkeiten. Wer von Andau die Straße südlich Richtung Hansag fährt, der entdeckt den Skulpturenpark, der sich der Straße entlang bis zum Einserkanal zieht.
Die beiden Parallelstraßen können in beiden Richtungen befahren werden und da es sich um Nebenstraßen handelt, werden diese Straßen nur von naturbegeisterten
Besuchern und von Bauern, die die Straßen als Güterwege nutzen, frequentiert. Es ist in der Regel also überhaupt kein Problem sich mal mit dem Auto
gegen die Fahrtrichtung auf die andere Seite zu stellen, wenn man von dieser Seite besser fotografieren kann. Das Fotografieren ist nur aus dem Auto sinnvoll,
da die abzweigenden Feldwege gesperrt sind und das Aufstellen eines Tarnzeltes im gesamten Seewinkel und auch im Hansag nicht erlaubt ist. An lang der beiden
Parallelstraßen gibt es genügend kleiner Bäume und Büsche, wo man sehr häufig Vögel, wie Schwarzkehlchen, Braunkehlchen, Neuntöter, Schafstelzen,
Grauammern und Feldlerchen antreffen kann. An einem Teil der Straße, die von Tadten ins Hansag führt, verläuft ein kleiner
Schilfgürtel,
wo man häufiger Rohrsänger aus dem Auto fotografieren kann.
Ansonsten kann man in dem Gebiet häufig Weihen bei der Jagd beobachten. Die äußerst scheuen Großtrappen sind leider meist nur aus sehr großer Entfernung zu beobachten.
Hierfür biete sich der Aussichtsturm an,
der sich an der Grenze direkt am Einserkanal befindet. Ein paar Schritte vom Aussichtsturm entfernt, befindet sich die geschichtsträchtige und schon auf ungarischem
Staatsgebiet befindliche
Brücke von Andau. Zur Zeiten des Ungarnaufstandes (1956)
flüchteten damals rund 70.000 Menschen, über die damals sehr kleine Brücke, vor der Roten Armee nach Österreich.
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Die Suche nach den Großtrappen
Wie schon erwähnt, ist eine Begegnung mit den Großtrappen äußerst selten zu mindestens dann, wenn man als Maßstab Fotodistanzen nimmt und eine
qualitativ hochwertige Aufnahme machen möchte. Die Fluchtdistanz der Großtrappe beträgt zwischen 400m bis 600m. Zum Glück ist eine Großtrappe recht groß
(bis 105cm Höhe und bis 16kg schwer) dennoch, um sie richtig gut fotografieren zu können benötigt man Distanzen um die 50m und die wird man in der
Regel nicht erreichen. Die weiblichen Großtrappen sind nur halb so groß und nur ein Drittel so schwer wie der Hahn. Leider ist der Bestand der Großtrappen
rückläufig und stark gefährdet.
Im Mai 2011 hatte ich das Glück, dass eine männliche Großtrappe im Hansag direkt einen Bogen über mich geflogen ist und ich mit einem zuvor aufgestelltem Stativ zu diesen
Flugaufnahmen kam.
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Die Ausrüstung
Die meisten Fotos rund um den Neusiedler See wird man aus dem Auto machen und so sollte auf jeden Fall eine Bohnensack als Objektivauflage mitgenommen
werden. Als Brennweite empfiehlt sich, wie so häufig bei der Vogelfotografie, soviel wie möglich mitzunehmen. Es sollten schon 500mm - 600mm sein, die man
gegebenenfalls mit Konverter noch verlängern kann. Für die Beobachtungshütte bei den Bienenfressern, sowie beim Schilfgürtel am Illmitzer Strandbad, würde
ich empfehlen ein Stativ mit ein zupacken. Auf ein Tarnzelt kann verzichtet werden, da man es innerhalb des Nationalparks ohnehin nicht aufstellen kann.
Für die Makrofotografie, die ich selber am Neusiedler See allerdings noch nicht gemacht habe, sollte ein Makroobjektiv nicht fehlen. Auch wenn die
Landschaftsfotografie bei der Fauna und Flora bei den meisten eher einen Randbereich einnehmen dürfte, lohnt sich meiner Meinung nach schon die Mitnahme
auch kleinere Brennweiten.
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Fazit
Ein Besuch an den Neusiedler See lohnt sich in jedem Fall. Auf einer recht überschaubaren Fläche gibt es eine sehr hohe Artenvielfalt. Auch wenn der
Nationalpark sicherlich kein Streichelzoo ist, so hat man auf Grund der hohen Dichte an Tieren sehr gute Chancen, gute Aufnahmen zu machen.
Neben der Vogelfotografie lohnt sich sicherlich auch ein Besuch des Leithagebirges, welches sich im Westen vom Neusiedler See befindet. Das Leithagebirge
ist eher ein Höhenrücken, dessen höchste Erhebung 484 m beträgt. Für Naturfotografen bietet das Gebirge unter anderem Möglichkeiten zur Fotografie von Orchideen
und Smaragdeidechsen. Mein Aufenthalt führte mich nur kurz ins Leithagebirge und wenn die Bedingungen an diesem Tag etwas besser gewesen wären, hätte ich
bestimmt auch weitere Dinge für die Makrofotografie entdecken können, aber das ist nur aufgeschoben ;-).
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Download Karte Neusiedler See
Hier können Sie Kartenmaterial von der Umgebung des Neusiedler Sees herunterladen. Zum Ansehen und Ausdrucken benötigen Sie dafür einen Acrobat Reader. Die Karten sollen zur groben Orientierung dienen. Ich empfehle darüber hinaus den Kauf einer Freizeitkarte vom Neusiedler See im Maßstab 1:50.000.
Verfasst: Juli 2010, (Verfasser: Olaf Jürgens)
Aktualisiert: Juni 2011


